Schädigung von Muskulatur und Nerven durch eine Drucksteigerung im Gewebe innerhalb eines von straffen Muskelhüllen (Faszien) oder Knochen und Bändern eng begrenzten Raumes (Loge). Das Kompartmentsyndrom tritt bevorzugt am Unterschenkel (Tibialis-anterior-Syndrom), seltener am Unterarm (evtl. mit der Folge einer Volkmann-Lähmung) auf.
Ursache: Ein Kompartmentsyndrom kann als Folge einer Blutung oder Schwellung bei Verletzung, Entzündung, Embolie oder durch äußeren Druck entstehen. In einem fest begrenzten Raum kann der Druck so stark ansteigen, dass Nerven und Gefäße eingequetscht werden und die Blutversorgung der Muskulatur und der Nerven nicht mehr gewährleistet ist. Folge ist das Absterben von Muskelgewebe. Durch bindegewebigen Ersatz des abgestorbenen Gewebes kann es zu einer Verkürzung (Kontraktur) der Muskulatur kommen.
Befund: Als Erstsymptome zeigen sich eine Verfärbung der betroffenen Region, Schmerzen, Schwellung und Missempfindungen bei noch erhaltener Durchblutung und Pulsen; später entstehen Lähmungen und Sensibilitätsstörungen.
Behandlung: Die frühzeitige Druckentlastung geschieht im einfachsten Fall bei einem mit zu festem Gipsverband versorgten Knochenbruch durch Gipsabnahme. Bei einer inneren Druckerhöhung ist eine Operation mit langstreckiger Spaltung der Muskelhüllen (Faszien) notwendig.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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