Einatmen von kindspechhaltigem Fruchtwasser, die eine schwere Atemstörung beim Neugeborenen auslöst.
Ursache: Sauerstoffmangel des Kindes vor oder während der Geburt regt die Darmtätigkeit an, ist jedoch auch ein Reiz an das Atemzentrum. Kommt es zum Absetzen von Kindspech (Mekonium) ins Fruchtwasser und wird dieses Fruchtwasser eingeatmet, verkleben die kleinen Atemwege. Die für das Kind gefährlichen Folgen sind v. a. Atemnot durch Sauerstoffmangel, eine durch das Mekonium in der Lunge verursachte Entzündungsreaktion und die fehlende Umstellung der vorgeburtlichen auf die reife Kreislauffunktion (persistierender fetaler Blutkreislauf).
Befund: Während der Geburt fällt grünlich verfärbtes Fruchtwasser auf. Die Haut des Neugeborenen kann mit Mekonium bedeckt, Fingernägel und Nabelschnur können grünlich verfärbt sein. Das Kind macht gewöhnlich einen schwer kranken Eindruck, es atmet schwer oder gar nicht.
Behandlung: Sobald der Kopf geboren ist, werden Mund- und Rachenraum gereinigt (Absaugen). Bei weiter bestehender Atemnot erfolgt eine Absaugung des Bronchialbaumes über einen Luftröhrenschlauch. Mitunter ist vorübergehend eine maschinelle Beatmung mit Verabreichung von künstlichem Surfactant in die Lunge erforderlich. Wegen des sehr hohen Risikos einer zusätzlichen bakteriellen Infektion der geschädigten Lunge wird nach einer Mekoniumaspiration grundsätzlich eine Behandlung mit Antibiotika durchgeführt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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