anfallsweise auftretende Minderdurchblutung der Finger, seltener der Zehen.
Ursache: Dem primären Raynaud-Syndrom (funktionelles Raynaud-Syndrom) liegt eine anfallsweise auftretende, vorübergehende Erhöhung der Muskelspannung der Gefäßwand (Vasospasmus) unbekannter Ursache zugrunde. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit hormonellen Faktoren, da überwiegend Frauen betroffen sind und sich die Symptomatik während Menstruation und Menopause verschlechtert und in der Schwangerschaft verbessert. Das primäre Raynaud-Syndrom wird häufig durch Kälte oder Nässe ausgelöst und betrifft symmetrisch beide Hände, meist die Zeigefinger. Das sekundäre Raynaud-Syndrom ist Folge einer Gefäßschädigung (z. B. bei Arteriosklerose, Embolie, Thrombose), einer gesteigerten Blutgerinnbarkeit, einer Erkrankung (z. B. Kollagenose) und sehr selten Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Das Auftreten ist asymmetrisch, Männer sind ebenso häufig betroffen wie Frauen.
Befund: Das Raynaud-Syndrom zeigt sich zunächst durch eine Blässe des betroffenen Hautareals mit anschließender Blau- und dann Rotverfärbung. Eine vermehrte Schweißabsonderung sowie Schmerzen und Missempfindungen treten auf. Beim sekundären Raynaud-Syndrom zeigen sich zudem umschriebene Gewebsuntergänge (Nekrosen) der Haut.
Behandlung: Beim sekundären Raynaud-Syndrom steht die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund, beim primären Raynaud-Syndrom sollte Kälte gemieden und Rauchen unterlassen werden. Es können Medikamente zur Aufhebung bzw. zur Verhinderung des Vasospasmus eingesetzt werden. Als unterstützende Maßnahmen helfen Heißluft, warme Bäder und aktive Bewegung der Finger. Operativ kann eine lokale Ausschaltung der sympathischen Nervenfasern (Grenzstrangresektion) die Beschwerden lindern.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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