angeborene Fehlbildung der Harnblase, die auf einer Entwicklungsstörung während der Embryonalzeit beruht. Bei einer Spaltblase sind die vordere Blasenwand und der untere Teil der vorderen Bauchwand nicht angelegt, die Blase liegt am Unterbauch offen, und es liegt immer eine Spaltung (Epispadie) von Penis oder Klitoris vor.
Befund: Der Urin entleert sich durch die Bauchwand und ist aufgrund der Beimengung von Bakterien und weißen Blutkörperchen trüb. Der ständige Uringeruch und die permanente »nasse Hose« stellen für die Betroffenen eine starke Belastung dar. Infolge der Fehlbildung kommt es häufig zu aufsteigenden Entzündungen im oberen Harntrakt (Harnleiter und Nierenbecken), zur Bildung von Harnsteinen und zu einer Harnstauungsniere.
Behandlung: Möglichst zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr erfolgt eine operative Korrektur der Spaltblase (Blasenaufbauplastik) mit Einpflanzen des Harnleiters in den Darm, wozu mehrere Behandlungsschritte notwendig sind. Eine Urinkontinenz kann jedoch nur in 30–50 % der Fälle erreicht werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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