akute oder chronische Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut.
Ursache: Die chronische Speiseröhrenentzündung wird am häufigsten durch einen Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre verursacht (Refluxösophagitis, Refluxkrankheit). Oft ist sie auch die Folge von übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuss. Die Soorösophagitis (Candidamykose), die von einem Hefepilz verursacht wird, betrifft fast ausschließlich abwehrgeschwächte Personen. Akute Enzündungen entstehen nach Verätzung der Speiseröhre durch Schlucken von Säuren oder Laugen sowie nach Verletzungen durch spitze Gegenstände.
Befund: Der Betroffene verspürt brennende Schmerzen und ein Druckgefühl hinter dem Brustbein, v. a. beim Schlucken. Besteht Rückfluss von Magensaft, kommt saures Aufstoßen nach der Nahrungsaufnahme hinzu. Wiederholt können Blutungen auftreten, bei längerem Bestehen kann die Schleimhaut sich geschwürig verändern und schließlich unter Narbenbildung verengen. Die chronische Speiseröhrenentzündung wird als wesentlicher Entstehungsfaktor für einen Speiseröhrenkrebs angesehen. Zur Diagnose werden neben der Spiegelung der Speiseröhre auch eine Messung des Säuregrades (Langzeit-pH-Metrie) und eine Druckmessung (Ösophagusmanometrie) durchgeführt.
Behandlung: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Bei Refluxösophagitis stehen die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und die Einnahme von Medikamenten zur Verminderung der Magensäure (Antazida, H2-Blocker, Protonenpumpenhemmer) im Vordergrund. Bei Erfolglosigkeit der medikamentösen Therapie oder beim Auftreten schwerer Komplikationen wird der Mageneingang operativ eingeengt. Führt die Speiseröhrenentzündung zu narbigen Verengungen (v. a. nach Verätzungen), werden diese mit einer Sonde aufgedehnt (Bougierung).
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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